Entwürfe für ein neues Symbol

Anstoß zu dieser Sammlung ist der Artikel aus den unitarischen blättern 2/2006.

Mut zu neuen Symbolen – ein Lebenszeichen

Welche Voraussetzungen muss ein neues Zeichen für die Deutschen Unitarier erfüllen?

  • Es muss mindestens einen wichtigen Aspekt unserer Religion oder unseres Weltbildes wiedergeben. Diese Aussage sollte positiv zu formulieren sein.
  • Es muss politisch unbelastet sein.
  • Es sollte keine Symbolik »fremder« Religionen verwenden (Kreuz, Yin-Yang usw.).
  • Einen Bezug zur freireligiösen oder internationalen unitarischen Tradition und Symbolik halte ich für wünschenswert, damit unser Zeichen in »unseren Kreisen« als zugehörig wahrgenommen wird.
Dazu kommen die grafischen Anforderungen, die für jedes Signet gelten:
  • Es muss ausreichend unverwechselbar sein.
  • Es muss einfarbig »funktionieren«, auch wenn es eine farbige Fassung gibt.
  • Es muss auch in starker Verkleinerung noch erkennbar sein.
  • Es sollte einfach genug sein, dass man es einigermaßen mit der Hand zeichnen kann.
  • Es darf keinen Text enthalten und sollte nicht nur aus Buchstaben bestehen.
  • Es muss ansprechend genug sein, dass man sich gerne damit identifiziert. (Im Bewusstsein, dass Gestaltung Geschmackssache ist...)

aus dem oben verlinkten Artikel

In den unitarischen blättern 3/2006 wurden die Reaktionen auf den Artikel (Leserbriefe und eine Zusammenfassung der Diskussion auf der Mailingliste samt der unten gezeigten Vorschläge) veröffentlicht. In Heft 4/2006 erschien ein weiterer Leserbrief.

Flamme in Spirale (schwarz-weiß)

Flamme in Spirale (farbig)

Entwurf von Henning Hraban Ramm

Aus dem oben verlinkten Artikel:
Die Spirale im alten Zeichen der Landesgemeinde Baden-Württemberg hat mir gefallen – die Spirale ist ein Symbol für den lebendigen Kosmos, für Entwicklung in Geborgenheit – erinnern Sie sich an die schöne Feierstunde von Eike Möller? Ich finde die dynamische Spirale sogar ein besseres Zeichen für die Ganzheit als den statischen Kreis.
Ersetzen wir den »Baum« in dem alten Symbol durch eine Flamme, erhalten wir eine ganz besondere Flammenschale – man kann die Enden der Spirale, aus denen die Flamme erwächst, auch als Hände sehen, dann halten und bewahren sie das Feuer (»Tradition heißt nicht, die Asche zu hüten, sondern das Feuer weiterzugeben«). Vielleicht ist es auch die Flamme im Herzen.
Wenn Sie es lieber etwas profaner hätten, zeichnen Sie zwei Augen in den Kreis, und Sie bekommen ein freundliches Gesicht. (Auch ohne Augen sieht das Zeichen viel freundlicher aus als der strenge »Stern«, finde ich.)

Ergänzung:
Wie manchem schon aufgefallen ist, kann man die Flamme in diesem Entwurf auch als Vogel sehen (evtl. Phoenix?) oder auch als Fragezeichen (das war Absicht, daher windet sich die Flamme in allen Entwürfen gleich).
Ich halte es durchaus für denkbar, dass verschiedene Gruppierungen (Gemeinden, Gremien, Hilfswerk-Gruppen usw.) verschiedene Ausprägungen der Idee als Zeichen verwenden – Vielfalt ist Reichtum – auch bei den UU nutzen verschiedene Gemeinden die Möglichkeit der Individualisierung durch ihre eigene Symbol-Variante.
Entgegen der Mutmaßung, mein Entwurf sei Ausdruck einer grafischen Mode, weiß ich, dass ich eher konservativ gestalte – was nicht heißt, dass nicht auch ein neues Zeichen gelegentlich modernisiert werden kann, wie wir es ja auch mit unseren Grundgedanken tun. (Die neue, symmetrische Flammenschale der UUA wird übrigens von vielen UU als zu konservativ abgelehnt, während der Entwurf aus den 1940-er Jahren immer noch modern wirkt.)

Wenn Sie diesen Entwurf verwenden möchten, finden Sie ihn hier in verschiedenen Farbvarianten als PDF (weitere Dateiformate auf Anfrage).

Flamme in Galaxie (farbig)

Flamme in Galaxie (schwarz-weiß)

Entwurf von Rüdiger von Gizycki

Lieber Henning, dies ist mein Entwurf für ein neues Symbol.
das Blau steht für das All und die dreiarmige Spirale für unsere Galaxie, unsere Heimat im Universum. Auch könnte sie, wie du schreibst, auch als »Entwicklung in Geborgenheit« betrachtet werden. Desgleichen möchte ich da ebenfalls deine weitere Aussage über die Flamme übernehmen. (Flamme im Herzen gefiel mir auch gut). Gleichfalls finde ich, könnte man auch die Arme der Spirale in meinem Sinne deuten als Wege zum eigenen Inneren, aus der Vielfalt des Lebens im Universum heraus, die wie im Leben nicht gradlinig verlaufen, aber sich auch in einem Punkt, in der Mitte (eigene Mitte) treffen. Oder eben umgekehrt, wie bereits von mir beschrieben, das aus dem Punkt in der Mitte (wieder eigene Mitte) – oder auch aus der Flamme des Herzens heraus (Stichwort Lebenskraft oder schöpferische Kraft im Menschen) sich viele Wege in die Vielfalt des Lebens im Universum (unsere Erde eingeschlossen, die ja Bestandteil der Galaxis ist) eröffnen. Alles zusammen weist auf das Schöpferische im Sein und im Menschen selbst hin. Das Symbol selbst ließe sich auch problemlos nichtfarbig und umrisshaft darstellen. [Was ich hier getan habe. HHR] Die Spirale selbst müsste aber noch etwas perfekter (symmetrischer) dargestellt werden. Aber vielleicht ist eine nicht so perfekte Darstellung auch nicht schlecht. Ich persönlich fände es aber symmetrisch besser.
Die Arme der Spirale sind nicht exakt ausgeformt und die Mitte der Spirale sollte nach meinen Vorstellungen schon einen Kreis bilden. Dann sähe das noch viel besser aus.

blauer Kreis mit Schriftzug UNITARIER

blaue Kugel mit Schriftzug unitarier

Entwürfe von Christian Karden

Für mich als Ex-Christen ist die Flamme ein christl. Symbol, nämlich (auf allen religiösen Darstellungen) Symbol für den Heiligen Geist.
(Wir brauchen jetzt nicht zu diskutieren, ob wir nicht auch das Recht haben, die Flamme als Symbol für das Spirituelle zu verwenden!) Auch der Kelch, den ICUU und EUU verwenden, ist in unserem Kulturkreis christl. Symbol.
Hier zwei Entwürfe, die den Kreis, bzw. die Kugel als Symbol für die Unitas verwenden.

? (farbig)

? (schwarz-weiß)

Entwurf von Jens Doll

Bei aller Faszination für Kerzenlicht und Flamme solltet ihr die zerstörerische Kraft des Feuers nicht übersehen.
Daher wäre es vielleicht sinnvoll, wenn das neue Logo ein schöpferisches Element enthielte wie Geburt, Frühling, Anfang, usw.

? (farbig)

? (schwarz-weiß)

Entwurf von Michael Schlegel

Der Vorschlag lehnt sich an dem bisherigen Sechsstrahl der DUR, dem Flammenkelch als international häufig auftretenes Symbol der Unitarier, sowie der Mensch-von-Vitruv-Proportionsstudie von Leonardo da Vinci an.
Der Sechsstrahl der DUR wird grob gebildet durch die unteren drei Strahlen, der Flamme und den beiden oberen Diagonalen. Der Flammenkelch ensteht aus dem wagerechten und dem senkrechten Balken sowie der Flamme. Die traditionellen Symbol-Interpretationen der DUR sowie weitere Gemeinschaften der Unitarier könnten also im Groben übernommen werden. Die Art der Darstellung des Feuerkelches erinnert an die christlichen Wurzeln des unitarischen Glaubens.
Die Proportionsstudie von da Vinci präsentiert einen Ansatz zur Quadratur (menschliches Begreifen und Sinnsuche) des Kreises (des Ganzen), die nicht in endlichen (Gedanken-)Schritten realisiert werden kann, sondern nur durch eine ewig anhaltene Fortführung (der menschlichen Suche nach Sinn und Begreifen).
Der Mensch gestalt mit den Kräften (der Kopf ist Teil der Flamme), die ihm durch seine Einbeziehung im allumfassenden Zusammenhang (dem Aussenkreis) gegeben sind, seine Mitwelt (das Quadrat). Die sich widersprechende Formen (Kreis und Quadrat) spiegeln die Begrenzheit des Menschen wieder, die ihm eine absolute Erkenntnis versagen.

Dateien

Hauptentwurf (HR) als PDF
unitarische blätter 2/2006
unitarische blätter 3/2006
unitarische blätter 4/2006

Traditionszeichen
der Deutschen Unitarier

FP/DU

DU 1950-er

BDUJ

DU LG BaWü bis 1969

DU UT 1965

DU heute

Freireligiöse, Humanisten und
internationale Unitarier
(Flammenschalen)

BFGD

UUA alt

UUA 2006

HBW

ICUU

UUA YAN

Khasi Hills

UKD

UUA CLF

Freireligiöse, Humanisten und
internationale Unitarier
(andere Zeichen)

Wappen

UKiB

Sonnenkreuz

HVD

H